Wann spielt Mafia: The Old Country?

QM Staff
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Mafia hat sich nie von seinem Anspruch abbringen lassen, Zeit, Ort und Schauplatz präzise zu bestimmen. Jedes Spiel versetzt den Spieler zurück in eine bestimmte Ära der organisierten Kriminalität – zurück in die Zeit der Großen Depression, in das Amerika der Nachkriegszeit und in die Zeit der Bürgerunruhen der 1960er Jahre. Doch Mafia: The Old Country führt die Fangemeinde von Hangar 13 weiter zurück als je zuvor.

Im frühen 20. Jahrhundert auf der italienischen Insel Sizilien angesiedelt, ist The Old Country in Ton und Chronologie ein unverblümtes Prequel zum Rest der Serie. Doch was bedeutet das eigentlich? Werfen wir einen genaueren Blick auf das historische Zeitfenster, in das dieses Spiel fällt, und warum es so bedeutsam ist.

Ein Neuanfang im Sizilien des frühen 20. Jahrhunderts

Mafia: The Old Country spielt im frühen 20. Jahrhundert, vermutlich zwischen 1904 und 1910, wie Entwickleraussagen und Hinweise auf die Umgebung in frühen Trailern zeigen. Es war eine Zeit sozialer Umbrüche, politischer Instabilität und kultureller Turbulenzen in Italien – insbesondere auf Sizilien, wo sich Verbrechersyndikate in ihrer modernen Form als Mafia etablierten.

Die Hauptfigur des Spiels ist Enzo Favara, ein kleiner Junge in einer armen sizilianischen Provinz. Enzo wächst inmitten von Armut und Kriminalität auf und gerät zwischen die Fronten von Familienfehden, Korruption und der zunehmenden Kontrolle der Verbrecherbosse in seiner Region. Es ist nicht nur eine Geschichte über einen persönlichen Werdegang, sondern auch über den Aufstieg der Mafia aus dem bitteren Leben in Süditalien.

Das Sizilien des frühen 20. Jahrhunderts war geprägt von der Abwesenheit zentraler Macht, Massenarmut und starker regionaler Loyalität. Verbrechersyndikate füllten das Vakuum mit ihrem eigenen Ordnungssystem – systematische Gewalt, aber basierend auf Familie, Respekt und Kontrolle. „The Old Country“ erweckt diese Welt detailreich zum Leben und präsentiert den Spielern eine realistische, fundierte Entstehungsgeschichte.

Einordnung von „The Old Country“ in die Franchise-Zeitlinie

Mit „The Old Country“ schließt Hangar 13 die erste Hälfte der Mafia-Zeitlinie ab. Hier reiht sich die Geschichte im Vergleich zu den übrigen Spielen der Serie ein:

  • Mafia: The Old Country – ~1904–1910 | Sizilien, Italien
  • Mafia (Definitive Edition) – 1930–1938 | Lost Heaven, USA
  • Mafia II – 1943–1951 | Empire Bay, USA
  • Mafia III – 1968 | New Bordeaux, USA

Im Vergleich zu den früheren Episoden, die der amerikanischen Mafia in ihren prägenden und goldenen Jahren gewidmet waren, geht „The Old Country“ noch weiter zurück zu ihren sizilianischen Ursprüngen, Jahre bevor diese Syndikate bis auf die andere Seite des Atlantiks vordrangen. Es wird nicht nur persönlicher und reicher an Geschichte, sondern bietet den Spielern auch eine andere Perspektive als die Anfänge.

Eine Geschichte voller Vermächtnisse, keine bekannten Gesichter

Wegen der Zeitperiode kehren Charaktere wie Vito Scaletta oder Lincoln Clay nicht in die Serie zurück, da sie erst Jahrzehnte später geboren wurden. Das Spiel fühlt sich jedoch an, als wäre es mitten im weitläufigen Mafia-Franchise angesiedelt. Es legt die kulturellen und kriminellen Grundlagen, die später die Charaktere und Antriebe der Spiele des 20. Jahrhunderts beeinflussen sollten.

Tatsächlich sind die meisten Werte, Codes und Wettbewerbe dieses Prequels thematische und vielleicht genealogische Vorläufer dessen, was in den Folgespielen spürbar wird. Es geht vielmehr darum, die vergangene Ära reichhaltig zu gestalten, als die Anspielungen auf die Vergangenheit hineinzuzwängen.

Warum die Zeitperiode wichtig ist

Indem Hangar 13 das Spiel in diesem Zeitrahmen ansiedelt, bietet es nicht nur einen Szenenwechsel. Die Mafia-Reihe wird in realen historischen Fakten verankert und erkundet, wie das Leben vor der Auswanderung, vor der Prohibition und bevor amerikanische Städte zu Zentren der Kriminalliteratur wurden.

Die 1900er Jahre bieten eine detailreiche, charakterbasierte Welt, in der der Unterschied zwischen Überleben und Bösem nur hauchdünn ist. Es gibt keine Autos, sondern Autos an jeder Ecke, Maschinenpistolen in jedem Kofferraum – Messer, Gewehre und Hinweise, die so mächtig sind wie Geld und Kugeln.

Diese Zeitlinie macht die Mafia-Reihe auch zu dem, was sie wirklich ist: etwas Größeres als ein Open-World-Krimi-Computerspiel. Sie knüpft an die filmischen, storybasierten Wurzeln des Klassikers von 2002 an und hält sie für mögliche zukünftige Fortsetzungen offen.

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